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Brüssel/Berlin, 08.06.2001 um 17:44
Franz Fischler, Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raums und Fischerei, und David Byrne, Kommissar für Gesundheitspolitik und Verbraucherschutz, trafen gestern in Berlin mit deutschen Vertretern der Verbraucher, des Agrarsektors, der Lebensmittelindustrie, des Einzelhandels und der Hochschulen zu einem Runden Tisch über "Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung" zusammen.
Dieser Runde Tisch ist Teil der Initiative der EU Kommission, eine breit angelegte Debatte in allen Mitgliedstaaten zu führen. Im Mittelpunkt standen folgende Fragen:
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Was
erwarten die Bürger von einem modernen Agrarsektor und einer
modernen Agrarproduktion und wie kann die EU-Politik hier
Hilfestellung leisten?
Wodurch unterscheidet sich der Agrarsektor von anderen
Wirtschaftszweigen?
Sollte das Europäische Agrarmodell eine noch weitergehende
Diversifizierung beinhalten?
Wie können wir die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft fördern
wirtschaftlich, ökologisch und sozial?
Wie kann ein Agrarsektor, der auf dem Weltmarkt
wettbewerbsfähig sein muss, die Erzeugung hochwertiger
Lebensmittel gewährleisten?
Was verstehen wir unter hochwertigen Lebensmitteln und welche
Beziehung besteht zwischen der Qualität und dem Preis eines
Produkts?
Befriedigt der Einzelhandel die Verbrauchernachfrage nach
sicheren und hochwertigen Lebensmitteln? |
Der "Erfolg" der alten Agrarpolitik, die Produktion zu steigern, ging auf Kosten
einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Die in der Europäischen Union
eingeleitete Agrarreformen strebt deshalb eine Wende zu einer
umweltfreundlicheren, nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren
Landwirtschaft an. Die Agrarreform kann aber nicht mit einem einzelnen
Schritt bewältigt werden, sie ist ein andauernder Prozess. Deshalb sieht die
Agenda 2000 auch die sogenannte Halbzeitbewertung vor, die nächstes Jahr
ansteht.
Grundsätzlich möchten alle Beteiligten das Vertrauen des Verbrauchers in die
europäischen Lebensmittel festigen. Unterschiedliche Ansätze wie die
Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, ökologischer als auch kontrollierter,
konventioneller Anbau, strengere Kontrollen bei Tiertransporten und größere
Transparenz der Herstellungsverfahren waren nur einige der geforderten
Punkte in der deutschen Debatte.
Für die Kommission hat Lebensmittelsicherheit höchste Priorität. Und auch
die Verbraucher fordern zunehmend ihr Recht auf Lebensmittelqualität und
-sicherheit ein. 2002 wird die von der Kommission vorgeschlagene
Europäische Lebensmittelagentur ihre Arbeit aufnehmen. Sie soll
aufkommende Risiken einschätzen und bewerten und mit der Öffentlichkeit
einen regen Austausch über Lebensmittelsicherheit führen und so den
Verbraucher direkt einbeziehen.
Nach den Diskussionen über die Lebensmittelsicherheit auf dem informellen
Treffen der EU-Agrarminister in Östersund im März finden in mindestens
sieben weiteren Mitgliedstaaten Runde Tische statt, der nächste am 6. Juli in
Wien. Die beiden Kommissare werden außerdem an einem vom
Europäischen Parlament veranstalteten Anhörung am 20./21.6. und einer
Diskussionsrunde aller Akteure der Ernährungswirtschaft teilnehmen.
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