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Sehr geehrte Damen, sehr
geehrte Herren,
zur EURO-Einführung beobachten wir, dass wohl mit grossem
(finanziellen) Aufwand die Währung und deren Nutzen für die
Gemeinschaft aus marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten erklärt
wird. Auch cenjur ist der Ansicht, dass der EURO eine gute und
richtige Entscheidung für die Gemeinschaft war und ist, um auch
auf diese Weise einen Gegenpol zum Dollar zu bilden. Was uns
jedoch mit Sorge erfüllt ist die Tatsache, dass keine
Kontrollmechanismen vorzufinden sind. Lassen Sie mich das
Problem kurz anhand von BSE darstellen:
Die COPA war keine Kontrollen gewohnt - Als die Gemeinschaft
1972 "schnell noch vor dem Beitritt Englands und
Irlands" den Mansholt-Plan umsetzte und wir von einem
400.000 Tonnen Rindfleischimport auf einen subventionierten
800.000 Tonnen Fleischexport kamen, versäumten es die EU und
Bauernverbände Kontrollmechanismen einzuführen. Man bediente
sich ohne Kontrollmechanismen aus vollen EU-Töpfen. Welch
fatale Ausmasse dieser Fehler genommen hat, müssen wir heute
feststellen. Der Agrar-Markt ist total zusammengebrochen und
muss völlig neu geordnet werden (zurück zur Politik der 60er
Jahre!).
Die "Gunst der Stunde" nutzend
"zocken" nun in geradezu unverschämter Weise nicht
etwa die leidtragenden Bauern und Einzelhandelsgeschäfte den
Verbraucher ab, sondern Grossmärkte wie WAL-Markt, Mini-Mal,
EDEKA, TOOM, METRO, um nur einige zu nennen. Diese Grossmärkte
erhöhten nicht nur ihre (im Gegensatz zum Einzelhandel vor Ort)
Fleisch-, sondern auch gleichzeitig Preise für Dinge des
täglichen Lebens. Während Einzelhandelsgeschäfte gar
Fleischqualität auf Wunsch zertifizieren (!) und so dem
Verbraucher ein echtes Preis- Leistungsverhältnis bieten,
bedienen sich Grossmärkte einfach nur der Tatsache des
Markteinbruchs. Auch hier und heute keine Kontrolle, kein
Verbraucherschutz - auf der Strecke bleiben Mittel- und
Kleinbetriebe. Missmanagement, auch das der nationalen
Regierungen, des Rats, der Kommission und des Parlaments, trägt
der Verbraucher.
Wie lange noch soll das auf diese Weise
gehen, wie lange noch wird tatenlos zugesehen, wie weit noch
sollen Wahlbeteiligung und Interesse des Bürgers an Europa
zurückgehen? Beginnen Sie, jetzt, heute, hier, schaffen Sie mit
Einführung des EURO auch Kontrollmechanismen zum Schutz des
Verbrauchers. Sie sind das Parlament, die Vertretung des
Unionsbürgers.
Gudrun Seidl, cenjur
CE juristisch-politisches Info-Magazin |
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