An die EU-Kommission DG 17
Vizepräsidentin Loyola de Palacio - Präsident Romano Prodi

 
 
  • die Bundesregierung ist bis heute, 22. Dezember 1999, ihrer Umsetzungsverpflichtung bezüglich der "Evakuierungs"-Richtlinie 618 aus 1989 (Umsetzungsfrist war der 04.12.1991) nicht nachgekommen, obwohl sie auf diesen Mangel von Gudrun Seidl schriftlich mit ausführlichem Schreiben vom 04. Februar 1999 (siehe unten) ausdrücklich auch im Hinblick auf den bevorstehenden Jahrtausendwechsel hingewiesen wurde.
  • Seit Februar 1999 wird seitens SEIDL intensiv innerhalb seiner WEB-Seite auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Stellungnahmen seitens der Regierung hierzu sind bis heute nicht erfolgt. Wegen des Jahrtausendwechsels und der damit vebundenen weltweit bekannten Problematik, weist SEIDL auf seiner Startseite auf die Nichtumsetzung durch die Nationen Deutschland, Frankreich, Österreich, Dänemark und Griechenland hin.
  • Aufgrund einer Verordnung der Bundesregierung vom 17. August 1997 (unterzeichnet von Kinkel/Merkel) informierten auf dieser Grundlage alle deutschen Kernkraftwerksbetreiber innerhalb eines 10-25 km Umkreises mittels einer von ihnen zu erstellenden und versendenden Broschüre eine evtl. betroffene Bevölkerung.
  • Ironie des Schicksals für Trittin und Müller: lediglich die Bürger Deutschlands sind bei einer evtl. eintretenden radiologischen Notstandssituation, gleich aus welchem Anlass, unterrichtet, die im besagten Radius eines deutschen Kernkraftwerks leben. Alle anderen deutschen Bevölkerungsgruppen - dies sind mindestens 70.000.000 Menschen - sind NICHT INFORMIERT.
  • Besonders hart betroffen sind die Menschen in Deutschland Ost wegen ihrer Nähe zum Ostblock.
  • Auch der Westen Deutschlands ist nicht weniger rosig: wer von uns Deutschen wusste schon bis zu dem gestern veröffentlichten Zustandsbericht der GRS (http://www.grs.de), dass in der Nation Frankreich, die ebenfalls wie Deutschland die EU-Richtlinie bis heute nicht umgesetzt hat, 56 Kernkraftwerke stehen (Anmerkung: der Bericht wurde seitens der Regierung im Mai 1998 in Auftrag gegeben, als die deutschen KKW-Betreiber die Info-Broschüre zu versenden hatten).
  • Wie makaber nimmt sich dagegen das Ausstiegs-Szenario der deutschen Regierung seit ihrem Amtsantritt im Oktober 1998 aus der deutschen "Atom"energie aus. Wie makaber, dass es Teilen der neuen deutschen Regierung wichtiger war, Anweisung dergestalt zu geben, als in Schriftwechsel, der nach aussen geführt wird, das Wort "Kernenergie" durch "Atomenergie" ersetzen zu müssen.
  • Wenn doch Teile der bundesdeutschen Regierung die Kernenergie für so gefährlich halten, dass sie den sofortigen Ausstieg wollen, um wieviel mehr hätte dann, spätestens aufgrund des Hinweises von Gudrun Seidl am 04. Februar 1999, die dem Schutze der Bevölkerung dienende EU-Richtlinie 618 aus 1989 umgesetzt und die deutsche Bevölkerung richtliniengemäss informiert sein müssen.
  • Hätte die neue Bundesregierung mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin so pressewirksam für die Umsetzung der Europäischen Evakuierungs-Richtlinie gekämpft, die zum Schutz ganzer Völker aus Anlass des Reaktorunfalles in Tschernobyl in noch nicht einmal 3 Jahren entstand, gekämpft, anstatt sein Amt politisch für den Erhalt seiner Partei zu missbrauchen, müssten nicht heute, am 22. Dezember 1999, diese Zeilen geschrieben werden. Seit einem Jahr wird stattdessen ein medienfüllendes Ausstiegs-Szenario vom Zaume gebrochen dass an dieser Stelle die Frage erlaubt sei: "Herr Trittin, sind Sie sich eigentlich Ihrer Verantwortung bewusst?"
  • Wegen des unmittelbar bevorstehenden Jahrtausendwechsels und der damit für möglich erachteten Gefahren (u.a. ist das Militär in weltweiter erhöhter Alarmbereitschaft) sah sich Gudrun Seidl veranlasst, noch heute die EU-Kommission auf diesen vertragswidrigen Zustand in den Nationen Deutschland, Frankreich, Österreich (!), Griechenland und Dänemark hinzuweisen.
  • Die Kommission und ihre zuständige Kommissarin werden hiermit dringend ersucht, sofort gegen die erwähnten Nationen vorzugehen und diesen eine Weisung vor dem 01.01.2000 zu geben. Weiter wird die Kommission ersucht, falls noch nicht geschehen, unverzüglich das Vertragsverletzungsverfahren gegen die erwähnten Nationen einzuleiten.
 

© 1999 Gudrun Seidl