DIE WARNUNG
Warnung und Information der Bevölkerung erfolgen durch Lautsprecherwagen der Polizei und über den Rundfunk. Schalten Sie einen regionalen Verkehrsfunksender ein und achten Sie auf Durchsagen der Katastrophenschutzleitung.Belasten Sie nicht die Notrufe von Feuerwehr und Polizei durch unnötige Anrufe.
SCHUTZ IM HAUS
Vermeiden Sie den unnötigen Aufenthalt im Freien Verständigen Sie Nachbarn und Angehörige Fenster und Türen möglichst dicht schließen und abdichten Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten Möglichst kein offenes Feuer, zum Beispiel Gasherd (Sauerstoffverbrauch, Abgase) Tief- und innenliegende Räume aufsuchen und Radio dorthin mitnehmen.
VERZEHRSVERHALTENKeine Lebensmittel aus dem Garten verzehren Keine Milch vom Bauernhof trinken Kein Wasser aus offenen Brunnen oder Oberflächengewässern trinken.
EINNAHME VON JODTABLETTENNehmen Sie die Jodtabletten erst nach Aufforderung der Behörden ein. Beachten Sie Beipackzettel und Merkblätter.
EVAKUIERUNG:
Durchsagen von Polizei, Feuerwehr und Rundfunk beachten Notgepäck für sich und die Angehörigen für zwei bis drei Tage packen; wichtige Medikamente, Ausweise und Bargeld nicht vergessen. Wohnung auf Abwesenheit einrichten und abschließen: Haupthähne der Gas- und Wasserversorgung schließen, offenes Feuer löschen, elektrische Geräte ausschalten. Kleinere Haustiere mitnehmen Befolgen Sie die Anweisungen der Polizei. Halten Sie sich mit dem eigenen Fahrzeug an die empfohlenen Ziele und Wege oder suchen Sie die angegebene Sammelstelle auf. Schalten Sie das Autoradio ein (Sender mit regionalem Verkehrsfunk)
Fachbegriffe und ihre BedeutungRadioaktive Stoffe entstehen durch Kernspaltung. Ihre Atome sind "instabil" und verändern sich in mehreren Schritten, bis stabile Atome übrig bleiben. Bei diesem Prozeß - dem "radioaktiven Zerfall" - wird Strahlung ausgesendet: Alpha-, Beta- und Gammastrahlung. Strahlung wirkt auf Körperzellen durch Energieabgabe und kann Atome und Moleküle so verändern, daß sie nicht mehr neutral sind. Der Fachmann nennt diesen Vorgang lonisierung. Daraus leitet sich der Begriff "Ionisierende Strahlung" ab. Finden solche Veränderungen im Zellkern statt, können sie Schädigungen verursachen.
Alpha-Strahlung besteht aus je zwei Protonen und Neutronen. Sie hat nur eine kurze Reichweite und wird durch die äußere Hautschicht bereits vollständig abgeschirmt. Diese Strahlenart ist deshalb nur bei Aufnahme radioaktiver Stoffe in den Körper von Bedeutung.
Beta-Strahlung besteht aus elektrisch geladenen Teilchen (Elektronen) und wird schnell absorbiert. Ihre Einwirkung auf den Menschen erfolgt bei direktem Kontakt mit der Körperoberfläche, durch Kontamination der Haut oder bei Aufnahme radioaktiver Stoffe in den Körper.
Gamma-Strahlung ist elektromagnetische Wellenstrahlung ähnlich der Röntgenstrahlung. Sie ist sehr durchdringend und wirkt deshalb auch ohne Körperkontakt von außen, zum Beispiel aus einer radioaktiven Wolke oder durch radioaktive Stoffe, die auf dem Boden abgelagert sind.
Radioaktivität ist die Eigenschaft von Stoffen, durch Zerfall Strahlung auszusenden. Die Maßeinheit ist das Becquerel (Bq). 1 Bq bedeutet 1 Zerfall eines Atomkerns pro Sekunde. Radioaktivität ist überall auch ohne Zutun des Menschen vorhanden. So ist z.B. in einem Kilogramm Erdboden soviel radioaktives Kalium enthalten, daß zwischen 40 und 1000 Zerfälle pro Sekunde erfolgen, also 40 bis 1000 Bq/kg.
Kontamination ist die Ablagerung von radioaktiven Stoffen auf Oberflächen, zum Beispiel auf Böden, der Kleidung oder auf der Haut.
Strahlendosis bezeichnet die Wirkung ionisierender Strahlung auf das menschliche Gewebe. Sie ist abhängig von der abgegebenen Energie; ihre Einheit ist das Sievert (Sv). Die praktisch vorkommenden Dosen liegen im Bereich Milli-Sievert (mSv), also einem Tausendstel. Die Dosis aus natürlicher Radioaktivität beträgt in Deutschland etwa 2 Milli-Sievert.
Herausgeber: Forschungszentrum Jülich GmbH, 52425 Jülich, Mai 1998