An die Vorsitzenden der Fraktionen
Bundesrepublik Deutschland

durch den Freitod eines 49-jährigen Familienvaters ist deutlich geworden, dass die Spenden-Affaire ausser Kontrolle geraten ist. Ich möchte daher folgende Erklärung abgeben:

Am 26.02.1991 – einen Tag vor der Abstimmung des Bundessicherheitsrats – meldete sich gegen 17 Uhr ein Mitarbeiter aus der Wirtschafts-Redaktion des STERN-Magazins bei mir und bat um Mithilfe bei seinen Nachforschungen in Sachen Thyssen Panzer-Lieferung nach Saudi-Arabien. Er interessierte sich insbesondere über das Management der Thyssen Handelsunion AG sowie eines Herren Namens Ariel Nachtigall. Ich stellte ihm Bilanzen der Firma Amerford, U.S.A. zur Verfügung.

Im Januar 1999 teilte ich dies Herrn Aust vom Spiegel-Verlag schriftlich mit.

Als ich erstmals Sonntag, den 28. November 1999, durch das Internet von dieser Thyssen-Panzer-Affaire erfuhr, erinnerte ich mich dieser STERN-Recherche aus 1991 und wunderte mich, wieso dies erst heute, fast 8 Jahre später, zu einer solchen Affaire bis hin zur Staatskrise aufgebauscht wird?

Bad Krozingen, 21. Januar 2000
Gudrun Seidl