8.2.00 Man "frägt" sich ja schon: Was soll das RAF-Phantom nun noch mit der Spendenaffäre zu tun haben? Eine ganze Menge. Zum Beispiel war die Schlüsselfigur der Spendenaffäre schon vor acht Jahren Thema in unserem Buch: Walther Leisler Kiep. Kiep war damals und ist noch heute Vorsitzender eines Vereins namens Atlantik-Brücke e.V., der uns dadurch aufgefallen war, daß viele "RAF"-Opfer oder Menschen aus dem Umkreis der Opfer dort Mitglieder oder Gäste waren: Jürgen Ponto (ermordet 1977, Karl Heinz Beckurts (ermordet 1986), Alfred Herrhausen (ermordet 1989), sein Nachfolger Hilmar Kopper sowie die unantastbare Schuldenqueen Birgit Breuel (Nachfolgerin des "RAF-Opfers Rohwedder 1991).
Der "Mr. Cash" der
CDU
Walther Leisler Kiep ist nicht nur
der große, alte Mann der Atlantik-Brücke, sondern auch der große,
alte Mann der CDU-Finanzen. Heute ist er die Schlüsselfigur der neuerlichen
und inzwischen zweiten Spendenaffäre. Wie Rudolf Augstein ganz richtig
anmerkte, brachte Kiep den Stein vor einigen Monaten überhaupt erst
ins Rollen, und wie wir einem kürzlichen Fernsehinterview von Helmut
Kohl entnehmen durften, war Kiep der "Mr. Cash" der CDU und konnte in Sachen
Parteifinanzen schalten und walten, wie es ihm beliebte. Auf der anderen
Seite sucht man nun verzweifelt nach der Herkunft von x-Millionen Schwarzgelder,
deren Ursprung sich niemand so recht erklären kann oder will.
Die P2 der Bundesrepublik
Vielleicht hilft bei der Beantwortung
der Frage nach der Herkunft der Gelder ein Blick auf das Wesen und die
eigentliche Funktion von Kieps noblem "Atlantik-Verein". Der Name "Atlantik-Brücke"
ist nur eine diskrete Umschreibung dessen, worum es wirklich geht, nämlich
um eine Brücke zu den USA. Die Atlantik-Brücke, in der die gesamte
wirtschaftliche, politische und publizistische Führungsschicht der
Bundesrepublik versammelt ist, ist das politische Steuerungsinstrument
der USA in Deutschland. Während die von der CIA gesteuerte Loge P2
in Italien schon vor vielen Jahren aufflog, steht das für das deutsche
Pendant Atlantik-Brücke noch aus. Niemand hat sich bisher daran gestoßen,
daß die Spitzen der deutschen Industrie Politik, Wirtschaft, Geheimdienste
und Medien hier am Gängelband der Amerikaner geführt werden.
Verfassungswidrig versteht sich, denn ein solches Gremium sieht das Grundgesetz
nicht vor.
In den USA ist die Atlantik-Brücke an den amerikanischen Außenpolitik- und Geheimdienstapparat angebunden, und zwar über die beiden Einflußgruppen Council on Foreign Relations (CFR) und American Council on Germany. Niemand steht für diese beiden Organisationen so wie der inzwischen verstorbene John J. McCloy, lange Zeit Vorsitzender der beiden "Councils". Nach dem Krieg war John J. McCloy nicht nur Hochkommissar in Deutschland, in seiner Funktion als Direktor des Bananenkonzerns United Fruit (berüchtigt wegen seiner rücksichtslosen Einmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten) stand McCloy auch Pate bei der Schöpfung des Begriffes von der Bananenrepublik. Daneben war McCloy auch Mitglied des Cover-Up-Apparates des Kennedy-Attentates - der "Warren-Commission". Weitere feste Größen des Council on Foreign Relations waren die CIA-Direktoren Allen Dulles, John McCone, Richard Helms, William Colby und George Bush, später US-Präsident.
Zwischen den beiden Councils und der Atlantik-Brücke gab und gibt es regen personellen Austausch und Kontakt, McCloy beispielsweise war gern gesehener Gast bei den exklusiven Festivitäten der Brücke, devotest umschwärmt von deutschen Spitzenpolitikern bis hin zu Helmut Schmidt. Über Kiep konnte der US-Geheimdienstapparat Zugriff auf die CDU-Finanzen haben.
Von der Birne zur
Abrißbirne
Heute betreibt ausgerechnet Personal
der Atlantik-Brücke den kalten Abriß der CDU und ihres Vorzeigekanzlers
- von der Birne zur Abrißbirne, sozusagen. Fast alle Schlüsselfiguren
des Parteispenendeskandals sind in der Atlantikbrücke organisiert,
neben Walther Leisler Kiep auch der Waffenhändler Karlheinz Schreiber
und Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein. Der Wirtschaftsprüfer Horst
Weyrauch durfte der Satzung der Atlantik-Brücke den letzten steuerrechtlichen
Schliff verpassen. Daß diese Personen, insbesondere Karlheinz Schreiber,
nun alle ganz zufällig immer neue verbale Sprengsätze in Richtung
CDU schleudern, ist mit Sicherheit kein Zufall. Vielleicht haben die Gunst
der Atlantik-Brücke inzwischen schon ganz andere erobert, etwa Leute
wie jener höhergestellte Herr, der noch im letzten Jahr ganz freundschaftlich
das neue Buch von Walther Leisler Kiep vorstellte und das Werk des ehemaligen
Schatzmeisters der CDU mit einer Laudatio ehrte: Gerhard Schröder.
Anschließend speiste man in der Atlantik-Brücke.
Gefunden unter:
http://ourworld.compuserve.com/Homepages/Gerhard_Wisnewski_3/raf.htm#35._Die_P2_der_Bundesrepublik
als ich zur RAF und Buback-Attentat
recherchierte.